Geschichte der Landgrafschaft Hessen-Kassel
Die Regierungszeit Philipps des Großmütigen
Landgraviate of Hesse-Cassel
Landgraviat de Hesse-Cassel

Zu Beginn der Neuzeit ist die Landgrafschaft Hessen stärkste Macht in Hessen, denn die Vormachstellung des Kurfürstentums Mainz ist gebrochen. Die Erbschaft Katzenelnbogens hat das Territorium bis an Rhein und Main ausgedehnt. Unter dem Landgrafen Philipp dem Großmütigen (1517 - 1567) steigt Hessen zu einer wichtigen politischen Macht im Reich auf.

Gegen den Willen der Landstände hat Philipps Mutter, den erst 13jährigen durch den Kaiser hat  für volljährig erklären lassen. 1523  unterwirft er in Verbindung mit dem Erzbischof von Trier Franz von Sickingen, den Führer, der Landstände und trifft damit die reichsritterschaftliche Bewegung. 1525 schlägt er einen Bauernaufstand im Stift Fulda nieder, bevor dieser sich auf Hessen ausweiten kann.

Am 26. Oktober 1526 führt Philipp auf der Homberger Synode die Reformation ein. Aus dem eingezogenen Klosterbesitz gründet er in Marburg die Universität. 1528 kommt es zum Vertrag von Hitzkirchen, durch den er dem Mainzer Erzbischof die geistliche Gerichtsbarkeit in Hessen ab zu treten.

1529 lädt er Luther und Zwingli zum Marburger Religionsgespräch ein, welches die unterschiedlichen Auffassungen innerhalb der protestantischen Bewegung beseitigen soll., was jedoch misslingt, bis 1536 in der Wittenberger Konkordie ein für beide Seiten annehmbarer Kompromiss gefunden wird.

Zusammen mit dem Kurfürsten von Sachsen initiiert er 1531 den Schmalkaldischen Bund, der die protestantischen Kräfte gegen die politische Vormachtstellung des Kaisers sammeln soll.

Seine führende Stellung unter den protestantischen Fürsten verliert er, als er 1540 eine zweite Ehe schließt und damit eine Doppelehe führt. Er wird 1546 vom Kaiser geächtet, im Schmalkaldischen Krieg besiegt und 1548 gefangen genommen. Er wird in den Niederlanden gefangen gehalten und kann erst durch die Fürstenerhebung 1552 durch Moritz von Sachsen befreit werden. Nach seiner Rückkehr ist seine führende Stellung verloren, sein einziger Erfolg während der verbleibenden 14 Regierungsjahre, ist die Beendigung des Erbstreits mit Nassau wegen Katzenelnbogen im Jahre 1557. Entgegen seiner ursprünglichen Absicht teilt er Hessen unter seinen Söhnen auf.

Der älteste, Wilhelm IV., erhält Hessen-Kassel, ungefähr die Hälfte des Landes. Sein Brüder Ludwig bekommt mit Hessen-Marburg ein Viertel, Philipp mit Hessen-Rheinfels und Georg mit Hessen-Darmstadt jeweils ein Achtel. Zwar sterben die Linien Hessen-Rheinfels 1583 und Hessen-Marburg 1604 schon aus, doch ist die bedeutende Rolle Hessens innerhalb des Reiches durch diese Erbteilung verloren gegangen.

Das Testament Ludwig von Hessen-Marburg, nach dem Hessen-Kassel und Hessen Darmstadt jeweils zur Hälfte begünstigt werden, wird von Hessen-Darmstadt nicht anerkannt, sondern fordert 3/4. Durch den Marburger Erbfolgestreit werden die Brüder völlig entzweit. Als Moritz von Hessen-Kassel 1605 die Einführung der calvinistischen Lehre durchsetzen will, bestreitet Hessen-Darmstadt die Erbberechtigung Hessen-Kassels vollends, da der verstorbene Ludwig von Hessen-Marburg in seinem Testament die Beibehaltung des lutherischen Bekenntnisses verfügt hat. Hessen-Darmstadt fordert ganz Oberhessen, wo der Landgraf Ludwig in Gießen 1605 ein Gymnasium gründet, welches 1607 zur Universität erhoben wird. 

Moritz von Hessen-Kassel tritt auf Seiten der evangelischen Union in den 30-jährigen Krieg ein, während Landgraf Ludwig sich 1620 auf die Seite des Kaisers zusammen mit den rheinischen Kurfürstentümern sowie Sachsen und Bayern stellt.

Fortsetzung - Der 30-jährige Krieg

Quellen:
Sante, Wilhelm. Geschichte der Deutschen Länder - Territorien-Ploetz. Würzburg 1964.
Köbler, Gerhard. Historisches Lexikon der Deutschen Länder. München 1988.

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