Geschichte der Nassauer Fürstentümer - Ottonische Linie
History of the Principalities of Nassau
Histoire des Principautés de Nassau

 
siehe auch: Die Anfänge der Nassauer Fürstentümer

Die Söhne Ottos I. (+1289) teilen 1303 den ererbten Besitz in die Linien Nassau-Siegen, Nassau-Dillenburg und Nassau-Hadamar auf. Bereits 1328 fällt Nassau-Dillenburg an Nassau-Siegen, dessen Graf Heinrich (+1343) Gebiete um Haiger, Dernbach, Ebersberg und Eibelsberg hinzu gewinnen kann. Die Linie Nassau-Hadamar (ältere Linie) besteht bis in das Jahr 1394 und fällt dann an Nassau-Siegen, die ihre Residenz in Dillenburg hat.

Schon 1343 spaltet sich die Linie Nassau-Beilstein (ältere Linie bis 1561) von Nassau-Siegen ab. Diese kann 1386 durch Heirat die Reichsgrafschaft Diez erwerben. 1403 kommen Breda und weitere Gebiete in den heutigen Niederlande ebenfalls durch Heirat an das Haus Nassau. 1420 kommt es wiederum durch Heirat zum Erwerb der Grafschaft Vianden im heutigen Luxemburg.

Die Gebiete wurden im 15. Jahrhundert wieder mehrfach in selbständige Linien geteilt - 1425 drei Linien: Nassau-Dillenburg-Diez (bis 1443),  Nassau-Haiger-Siegen (bis 1429) und Nassau-Herborn-Breda. Von 1451 bis 1472 und von 1504 bis 1516 waren alle Nassau-Dillenburger Gebiete vereint.

Nach dem Aussterben der Katzenelnbogener ging deren Grafschaft an Hessen-Kassel, da die Erbtochter Anna von Katzenelnbogen Heinrich III. von Hessen-Marburg geheiratet hatte.  Sein Sohn, Wilhelm III. stirbt 1500 und Hessen-Marburg fällt an Hessen-Kassel zurück, einschließlich Katzenelnbogen. Da  jedoch Elisabeth, die Schwester Wilhelms III. mit Johann V. von Nassau-Dillenburg verheiratet ist, haben ihre Söhne Erbansprüche auf Katzenelnbogen,  da sie die direkten Nachkommen des letzten Grafen von Katzenelnbogen sind (Urenkel). Es kommt zu einem langen Streit, der 1523 zu Gunsten der Nassauer im Tübinger Urteil entschieden wird. 

Jedoch verhindert die Einführung der Reformation in Hessen 1524 und in Nassau-Dillenburg 1530 die Vollstreckung. Dies geschieht erst nach der hessischen Niederlage im Schmalkaldischen Krieg, der in einem Urteil 1548 Nassau die gesamte Grafschaft Katzenelnbogen zuspricht. Doch schon 1552, nach der Befreiung Landgraf Philipps, fällt Katzenelnbogen wieder an Hessen. Im Frankfurter Vertrag von 1557 kommt es zu einem Kompromiss, der Nassau jedoch nur den hessischen Teil der Grafschaft Diez zuspricht und eine Ausgleichszahlung für Nassau-Dillenburg verfügt.

1516 spaltet sich die Bredaer Linie endgültig ab und nennt sich wegen des 1515 durch Heirat Heinrichs III. mit Claudia von Chalons und Oranien und 1530 durch Erbfall erworbenen Fürstentums Orange an der unteren Rhone Nassau-Oranien. Es geht 1544 an den Neffen Heinrichs III. Wilhelm von (Nassau) -Oranien. Er führt den Freiheitskampf der Niederlande gegen Spanien und wird dabei von seinem Bruder Johann VI. (1559 -1606) unterstützt, der die rechtsrheinischen Besitzungen der ottonischen Nassauer hält. Johann VI. tritt 1557 zum Calvinismus über und gründet in 1584 Herborn eine Hohe Schule ein. Zum Schutz seines Landes gegen die äußere Bedrohung führt er eine abgestufte Wehrpflicht ein, das sogenannte nassauische Landrettungswerk, was bald darauf von anderen deutschen Herrschern nach gemacht wird. Als Haupt des Wetterauer Grafenvereins verfügt Johann über großen Einfluss, weshalb bald auch andere Herrscher der Region, so 1604 Landgraf Moritz von Hessen, zum reformierten Glauben über treten.

Nach dem Tode Johann VI. von Dillenburg kommt es durch sein Testament 1607  zu einer Zersplitterung Nassau-Dillenburgs, die das Land sehr schwächt und im 30-jährigen Krieg ohnmächtig werden lässt.

Es entstehen:

  • Nassau-Beilstein beerbt bereits 1620 Nassau-Dillenburg und nennt sich fortan Nassau-Dillenburg. 1652 wird es in den Reichsfürstenstand erhoben. 1739 erlischt die Linie und wird von Nassau-Diez beerbt.
  • Nassau-Dillenburg, das bereits 1620 an Nassau-Beilstein fällt.
  • Nassau-Hadamar, welches 1650 in den Reichsfürstenstand erhoben wird. Es fällt 1711 an Nassau-Diez.
  • Nassau-Siegen, welches 1742 an Nassau-Diez fällt. 
  • und Nassau-Diez, das 1702 Nassau-Oranien beerbt hat.

Fortsetzung - Nassau

Quellen:
Sante, Wilhelm. Geschichte der Deutschen Länder - Territorien-Ploetz. Würzburg 1964.
Köbler, Gerhard. Historisches Lexikon der Deutschen Länder. München 1988.

Karte des Fürstentums Nassau-Siegen 1789

Karte des Fürstentums
Nassau-Siegen
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Historische Karte Südwest-Hessen 1789

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Karte des Kurfürstentums Köln und der Herzogtümer Jülich und Berg 1789

Karte des Kurfürstentums Köln

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